Informationen über Klarinetten

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Sa

16

Feb

2013

Klarinettenfamilie

Bei den Klarinetten ist es schwierig, die Klarinettenfamilie als eine Aufzählung zu nennen. Es lässt sich schwer sagen, welche Instrumente heute noch in Gebrauch sind, da dies regional verschieden sein kann. Ausserdem hat man im Verlaufe der Entwicklung so ziemlich alles ausprobiert, was möglich ist. Man hat zum Beispiel Klarinetten in allen Tonarten gebaut. Um nach einem Grund zu suchen, muss man die Geschichte der Klarinette etwas kennen.
Die erste Klarinette baute Johann Christoph Denner ungefähr um 1700. Von da an wurde die Klarinette ständig weiterentwickelt und jeder Instrumentenbauer wollte neue Entwicklungen machen. Ein grosses Problem der damaligen Klarinetten war, dass sie nur eine geringe Anzahl von Klappen haben konnten, da diese Klappen überhaupt nicht dicht waren. Weniger Klappen bedeutet auch, dass man weniger Töne spielen konnte. Man konnte also mit einer Klarinette nur wenige Tonarten spielen. Deshalb mussten für andere Tonarten auch wieder andere Klarinetten gebaut werden. (Weitere Infos zur Klarinettengeschichte werden in einem eigenen Beitrag veröffentlicht)

Einige wichtige Modelle, die man heute noch (zum Teil zwar sehr selten) findet:

Die As-Klarinette ist nur etwa 30cm lang und wird heute oft nicht mehr bei der Klarinettenfamilie aufgezählt, da diese so selten ist und nicht mehr gebraucht wird.

Die zweithöchste Klarinette ist die G-Klarinette. Sie wird heute noch selten in der Wiener Schrammelmusik eingesetzt. Dort bezeichnet man Sie als "Picksüßes Hölzl", was auf deren speziellen Klang zurückzuführen ist.

Die dritthöchste Klarinette ist die Es-Klarinette. Sie ist ca. 45,7 cm lang und wird heute noch sehr oft in grossen Blasorchestern eingesetzt.

Die nächsten zwei Klarinetten sind die D- und die C-Klarinette, wobei man die D-Klarinette heute kaum noch antrifft. Die C-Klarinette ist heute auch eher selten. Allerdings besitzt sie einen grossen Vorteil, nämlich hat sie die gleiche Grundstimmung wie beispielsweise das Klavier oder die Streicher. Aus diesem Grund und teilweise auch wegen des etwas helleren Klanges als die Bb-Klarinette wird sie heute vereinzelt noch in verschiedensten Bereichen (beispielsweise der Volksmusik) eingesetzt. Die C-Klarinette wird manchmal auch von jungen Klarinettenschülern verwendet, die noch zu kleine Finger haben, um auf der Bb-Klarinette zu spielen.

Dann kommt die bekannteste Klarinette, die ungefähr 66 cm lange B-Klarinette. Sie wird weltweit wohl am meisten gebraucht, da man in Blasorchestern fast ausschliesslich B-Klarinetten einsetzt. Wenn man von "der Klarinette" spricht, meint man oft die B-Klarinette. Anmerkung: Das B in der englischen Sprache entspricht dem deutschen H, und das englische "B flat" - geschrieben Bb - entschpricht unserem deutschen B! Deshalb schreibt man in der englischen Sprache "Bb-Clarinet". Damit es keine Verwechslungen gibt, wird oft auch im deutschen "Bb-Klarinette" geschrieben.

Einen halben Ton tiefer ist die A-Klarinette. Sie wird heute noch viel, vor allem in Sinfonieorchestern, aber auch als Solo-Instrument verwendet. Zu erwähnen ist auch die Bassettklarinette in A (selten auch in B oder C; nicht zu verwechseln mit der Bassklarinette oder dem Bassetthorn!). Der einzige Unterschied zur normalen A-Klarinette besteht bei der Bassettklarinette in A darin, dass der Tonumfang nach unten um vier Halbtöne erweitert ist, also bis zum C statt nur bis zum e (Tonangaben in A gedacht ≠ klingend). Sie wird heute nur sehr selten verwendet. Doch da das wohl berühmteste Klarinettenkonzert, das Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart, ursprünglich für eine Bassettklarinette in A geschrieben wurde, ist sie heute noch an Konzerten zu hören. Oft wird die Bassettklarinette in A auch einfach als "Mozartklarinette" bezeichnet, da sie sonst kaum noch zur Anwendung gelangt.

Die nächste Klarinette ist die Altklarinette in Es. Sie wird in grossen Blasorchestern gespielt.

Als Nächstes gibt es das Bassetthorn in F. Sie wird heute noch selten in Opern, als Solo-Instrument oder sehr selten auch in Blasorchestern gebraucht.

Nun kommt die zweitbekannteste Klarinette, die Bassklarinette in B. Sie ist genau eine Oktave tiefer als die bekannte B-Klarinette. Sie wird in fast allen Blasorchestern verwendet.

Die zweittiefste Klarinette ist die Kontrabassklarinette in Es. Sie wird heute selten verwendet. Sie tönt eine Oktave tiefer als die Altklarinette in Es.

Die tiefste Klarinette ist die Kontrabassklarinette in B. Sie tönt eine Oktave tiefer als die Bassklarinette in B und somit zwei Oktaven tiefer als die Klarinette in B. Sie wird heute noch selten in Blasorchestern oder als Soloinstrument benutzt. Meistens wird sie aber in den Blasorchestern durch den Streichbass ersetzt.

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Sa

16

Feb

2013

Geschichte und Entwicklung der Klarinette

Die Entwicklung der Klarinette
Über die Entwicklung der Klarinette ist heute ziemlich wenig bekannt. Oft gibt es keine oder nur sehr wenige Informationen über die Personen, welche die Klarinette weiterentwickelt haben. Der Ursprung der heutigen Klarinette liegt bei einem Holzblasinstrument, namens Chalumeau. Man verwendete es in der Barockzeit. Das Chalumeau hatte keine Klappen und war nur eine Flöte mit einem einfachen Rohrblatt. Es war auf einen kleinen Tonumfang beschränkt.
Das Chalumeau wurde ab ca. 1700 ständig weiterentwickelt. Johann Christoph Denner fertigte um diese Zeit die erste Klarinette an. Der Unterschied dieser Klarinette zum Chalumeau bestand darin, dass die Klarinette noch eine Klappe zum Überblasen hatte. So konnte der Tonumfang nach oben erweitert werden. Das neu entstandene Instrument hat auch beim Überblasen einen lauten Ton und man kann damit auch schnelle und technisch komplizierte Läufe innerhalb einer Tonart spielen. Früher tönte die Klarinette angeblich wie eine hohe Trompete. Daher wurde das neue Instrument Clarinetto ("kleine Trompete") genannt. Es ersetzte in Orchestern die hohen Trompeten, die sogenannten Clarintrompeten. Ab 1778 gab es jedoch für die Klarinetten schon eigene Stimmen.
1740 brachte Jacob Denner, der Sohn von Johann Christoph Denner, nochmals 2 Klappen an, um den Tonumfang zu erweitern. Im Laufe des 18. Jahrhunderts kamen immer mehr Klappen dazu. 1792 gab es die erste Klarinette mit acht Klappen. Sie war jedoch sehr schwer zu bedienen, denn es gab zwei Probleme. Zum Einen war es die nicht sehr logische Anordnung der Klappen und Löcher, weshalb es unmöglich war, verschiedene Tonarten zu spielen. Zum Anderen waren die Klappen überhaupt nicht dicht. Zum Abdichten eines Tonlochs mit einer Klappe verwendete man Filz, der relativ schlecht dichtete. Daher war es auch unvorstellbar, noch mehr Klappen hinzuzufügen.
Ungefähr um 1810 erfand ein junger Musiker namens Iwan Müller (1786 - 1854) eine Methode, um die Klappen dicht zu machen. Er versenkte die Tonlöcher ein wenig und benutzte Lederpolster anstelle der Filzpolster. Die Tonlöcher waren nun völlig dicht.

Die Entstehung des Böhm-Systems
Eine wichtige Person in der Geschichte der Holzblasinstrumente war der deutsche Flötenbauer Theobald Böhm (1794 - 1881). Er brachte zwei Verbesserungen in den Instrumentenbau. Er schaffte eine perfekte mathematische Grundlage zur Berechnung der Position der Tonlöcher. Diese Berechnungen nutzte er für den Bau der Querflöte. Er erfand auch die Ringklappe, die es ermöglicht, ein Loch zu schliessen, das grösser ist als der Finger.
Hyacinthe Klosé (1808 - 1880) entwickelte 1839 ein Modell mit einer komplett neuen Anordnung der Löcher und Klappen. Als Grundlage nahm er die Berechnungen von Theobald Böhm. Klosés Instrumentenbauer Auguste Buffet setzte dieses Modell um. Klosé und Buffet nannten das neue Griffsystem Böhm-System. Die Böhmklarinette wurde von dem Pariser Konservatorium akzeptiert und sie wurde zur Standardklarinette in Frankreich. Damals war das Müller-System verbreitet. Dieses System wurde von Iwan Müller erfunden. Seine Klarinette hatte 12 Klappen, welche völlig anders angeordnet waren als die der Böhmklarinette. So mussten alle Musiker völlig umlernen, deshalb setzte sich das neue System am Anfang nur langsam durch. Schon bald wurde es jedoch zum internationalen Standardinstrument, mit Ausnahme von Deutschland und Österreich.
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Sa

16

Feb

2013

Klang und Tonumfang der Böhmklarinette

Klang der Böhmklarinette
Früher sagte man, die Klarinette habe von der Ferne einen trompetenähnlichen Klang (deshalb der Name "clarinetto" = kleine Trompete). Heute trifft dies sicherlich nicht mehr zu. Der Klang hat sich also verändert. Die Klarinette kann heute sehr verschieden klingen. Die Klangfarben gehen von weich über bedrohlich bis zu explosiv. Der Klang der Klarinette kann mit dem Ansatz verändernt werden.
Der Klang ist auch vom Klarinettentyp abhängig. So tönt zum Beispiel eine A-Klarinette deutlich dunkler als eine B-Klarinette. Deshalb ist es oft auch schwierig, Klarinetten durch einen anderen Typ zu ersetzen. Der offizielle Tonumfang der Klarinette beträgt 45 Töne. Bei der Klarinette in B werden diese in die vier folgenden Register aufgeteilt:

Register; Tonumfang; Klang
Tiefes Cahlumeauregister; kleines e bis c'; ausdrucksvoll, düster
Mittelregister; d' bis b'; etwas Matt, wenig Glanz
Hohes Register (Clarinregister); h' bis d'''; länzend, offen, klar
Höchstes Register; e''' bis c''''; etwas grell

Aus bautechnischen Gründen haben die einzelnen Register charakteristische Klänge. Dies ist ein weiterer Grund, warum es oft nicht sinnvoll ist, einen Klarinettentyp durch einen anderen zu ersetzen. Unter Umständen kommen dann nämlich die zu spielenden Töne in einem Register zu liegen, das einen völlig anderen Klang hat.
Zum Tonumfang der B-Klarinette ist noch zu sagen, dass man dies nicht so genau festlegen kann. Zwar sollte jeder B-Klarinettenspieler bis hinunter zum kleinen e spielen können, allerdings können noch lange nicht alle bis zum c'''' spielen. Der Tonumfang der B-Klarinette ist nach oben ziemlich unbegrenzt. Es ist durchaus möglich, noch höhere Töne zu spielen.

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