Sa

16

Feb

2013

Geschichte und Entwicklung der Klarinette

Die Entwicklung der Klarinette
Über die Entwicklung der Klarinette ist heute ziemlich wenig bekannt. Oft gibt es keine oder nur sehr wenige Informationen über die Personen, welche die Klarinette weiterentwickelt haben. Der Ursprung der heutigen Klarinette liegt bei einem Holzblasinstrument, namens Chalumeau. Man verwendete es in der Barockzeit. Das Chalumeau hatte keine Klappen und war nur eine Flöte mit einem einfachen Rohrblatt. Es war auf einen kleinen Tonumfang beschränkt.
Das Chalumeau wurde ab ca. 1700 ständig weiterentwickelt. Johann Christoph Denner fertigte um diese Zeit die erste Klarinette an. Der Unterschied dieser Klarinette zum Chalumeau bestand darin, dass die Klarinette noch eine Klappe zum Überblasen hatte. So konnte der Tonumfang nach oben erweitert werden. Das neu entstandene Instrument hat auch beim Überblasen einen lauten Ton und man kann damit auch schnelle und technisch komplizierte Läufe innerhalb einer Tonart spielen. Früher tönte die Klarinette angeblich wie eine hohe Trompete. Daher wurde das neue Instrument Clarinetto ("kleine Trompete") genannt. Es ersetzte in Orchestern die hohen Trompeten, die sogenannten Clarintrompeten. Ab 1778 gab es jedoch für die Klarinetten schon eigene Stimmen.
1740 brachte Jacob Denner, der Sohn von Johann Christoph Denner, nochmals 2 Klappen an, um den Tonumfang zu erweitern. Im Laufe des 18. Jahrhunderts kamen immer mehr Klappen dazu. 1792 gab es die erste Klarinette mit acht Klappen. Sie war jedoch sehr schwer zu bedienen, denn es gab zwei Probleme. Zum Einen war es die nicht sehr logische Anordnung der Klappen und Löcher, weshalb es unmöglich war, verschiedene Tonarten zu spielen. Zum Anderen waren die Klappen überhaupt nicht dicht. Zum Abdichten eines Tonlochs mit einer Klappe verwendete man Filz, der relativ schlecht dichtete. Daher war es auch unvorstellbar, noch mehr Klappen hinzuzufügen.
Ungefähr um 1810 erfand ein junger Musiker namens Iwan Müller (1786 - 1854) eine Methode, um die Klappen dicht zu machen. Er versenkte die Tonlöcher ein wenig und benutzte Lederpolster anstelle der Filzpolster. Die Tonlöcher waren nun völlig dicht.

Die Entstehung des Böhm-Systems
Eine wichtige Person in der Geschichte der Holzblasinstrumente war der deutsche Flötenbauer Theobald Böhm (1794 - 1881). Er brachte zwei Verbesserungen in den Instrumentenbau. Er schaffte eine perfekte mathematische Grundlage zur Berechnung der Position der Tonlöcher. Diese Berechnungen nutzte er für den Bau der Querflöte. Er erfand auch die Ringklappe, die es ermöglicht, ein Loch zu schliessen, das grösser ist als der Finger.
Hyacinthe Klosé (1808 - 1880) entwickelte 1839 ein Modell mit einer komplett neuen Anordnung der Löcher und Klappen. Als Grundlage nahm er die Berechnungen von Theobald Böhm. Klosés Instrumentenbauer Auguste Buffet setzte dieses Modell um. Klosé und Buffet nannten das neue Griffsystem Böhm-System. Die Böhmklarinette wurde von dem Pariser Konservatorium akzeptiert und sie wurde zur Standardklarinette in Frankreich. Damals war das Müller-System verbreitet. Dieses System wurde von Iwan Müller erfunden. Seine Klarinette hatte 12 Klappen, welche völlig anders angeordnet waren als die der Böhmklarinette. So mussten alle Musiker völlig umlernen, deshalb setzte sich das neue System am Anfang nur langsam durch. Schon bald wurde es jedoch zum internationalen Standardinstrument, mit Ausnahme von Deutschland und Österreich.

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